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Bits & Senses – Das elektronische Wohnzimmer: Elektronische Musik zum Anfassen

Clubsound in Wohnzimmeratmosphäre: Am 7. November lädt „Bits & Senses – Das elektronische Wohnzimmer“ zur „Edition Handgemacht“ in die Tresohr Studios nach Oberhausen. Im Mittelpunkt stehen Live-Elektronik, Vinyl und die Kunst, elektronische Musik unmittelbar entstehen zu lassen. Mit Acid Gubi steht ein Live-Act an den Maschinen, der seit Jahrzehnten in der elektronischen Musikszene aktiv ist [...]

Clubsound in Wohnzimmeratmosphäre: Am 7. November lädt „Bits & Senses – Das elektronische Wohnzimmer“ zur „Edition Handgemacht“ in die Tresohr Studios nach Oberhausen. Im Mittelpunkt stehen Live-Elektronik, Vinyl und die Kunst, elektronische Musik unmittelbar entstehen zu lassen.

Mit Acid Gubi steht ein Live-Act an den Maschinen, der seit Jahrzehnten in der elektronischen Musikszene aktiv ist – unter anderem mit seinem Projekt Snuff Crew. Henrik Steffen und Klaus Krumme sorgen mit Vinyl-Sets für den passenden Sound. Dazu gibt es einen Talk über das Handwerk elektronischer Musik. Wir haben mit Tresohr-Inhaber und Mitveranstalter Carsten Wrede über das besondere Konzept, die Musikszene und den bewussten Verzicht auf Smartphone-Inszenierungen gesprochen.

Carsten, wie ist die Idee zum Elektronischen Wohnzimmer entstanden, und was unterscheidet das Format von einer klassischen Clubnacht?

Als ich vor ein paar Jahren in unserem großen Aufnahmeraum im kleinen Kreis meinen Geburtstag gefeiert und mit Freunden elektronische Musik auf dem Soundsystem gehört habe, war das für alle ein so guter Abend, dass ich dachte, daraus sollte mehr entstehen. 2024 habe ich meinen alten Freund, Mentor und Weggefährten Klaus Krumme wiedergetroffen, und wir haben entschieden, die Idee umzusetzen.

Trotz aller Technik sind die Tresohr Studios eher wie ein Wohnzimmer eingerichtet – mit Teppichen, Sofas und allem, was für eine Wohlfühlatmosphäre dazugehört. Musikalisch geht es um Sounds, die zwar in die Hüfte gehen, denen man aber auch entspannt im Sitzen zuhören kann. Wir starten bereits um 15 Uhr, und um 22 Uhr ist offiziell Schluss. Außerdem gibt es zu Beginn immer wieder Talks mit Künstlerinnen und Künstlern zu unterschiedlichen Themen.

Du bist seit den 90er-Jahren Teil der elektronischen Musikszene. Was hat sich seitdem verändert?

Wenn ich von meiner Generation ausgehe, also den Ravern der ersten Stunde, hat sich gar nicht so viel verändert, wie man meinen könnte. Wir sind jetzt zwar alle schon um die 50, und hier und da fehlt es ein bisschen an der Unbekümmertheit und Energie der 90er-Jahre. Aber wenn die Leute zu uns kommen, ist eigentlich wieder alles beim Alten.

Viele Künstlerinnen und Künstler aus unserem Umfeld machen seit 30 Jahren Musik und haben sich weiterentwickelt, ohne ihre Identität zu verlieren. Reine Nostalgieveranstaltungen sind allerdings nicht unser Ding. Was mich heute wirklich nervt, ist die elende Filmerei auf Veranstaltungen. Da wünsche ich mir schon mal die Zeit ohne Smartphone und Handykamera zurück.

 

Bei der kommenden Ausgabe spielt Acid Gubi live. Wie kam es dazu, und warum steht diesmal das musikalische Handwerk im Mittelpunkt?

Ich kenne Stefan Gubatz alias Acid Gubi schon seit über 20 Jahren. Damals hat er bei unserem Remix-Wettbewerb start-ab.com featuring Herbert Grönemeyer den ersten Platz abgeräumt. Seitdem haben wir immer irgendwie Kontakt gehalten. Stefan setzt bei all seinen Projekten auf höchste Qualität und eine vielschichtige Ausrichtung. Für Acid Gubi haben wir uns gemeinsam entschieden, weil wir das Projekt am stimmigsten für das Wohnzimmer fanden.

Außer Acid Gubi legen auch noch Klaus Krumme und Henrik Steffen mit Vinyl auf. Das Thema Handwerk und die damit ausgeübte Kunstform stehen also ganz stark im Fokus. Für das Publikum, das bei uns sehr nah an den Künstlern ist, bieten sich fast intime Einblicke in die einzelnen Performances. Diese Nähe schafft eine besondere Verbindung und sorgt manches Mal für großes Staunen.

Das Elektronische Wohnzimmer wirkt mit seiner persönlichen Atmosphäre und der „No Phones“-Regel fast wie ein Gegenentwurf zur heutigen Festival- und Social-Media-Kultur. Ist das Absicht?

Bei unseren Veranstaltungen setzen wir grundsätzlich auf den Slogan „No Phones“. Die Leute sollen im Moment bleiben und sich auf die Musik einlassen, statt das Ganze zu filmen oder zu fotografieren.

Wir kleben die Kameras aber nicht ab oder sammeln die Geräte ein, sondern setzen auf gegenseitige Rücksichtnahme. Eine spektakuläre Show mit Videos und Lichtinstallationen können wir uns nicht leisten, wir stecken unser Budget lieber in den Sound, denn um den soll es ja gehen.

Uns ist klar, dass wir so über Social Media kaum jemanden erreichen. Aber wer sich bei einem Event selbst in Szene setzen will, ist bei uns einfach auf der falschen Veranstaltung.

Du betreibst mit den Tresohr Studios ein professionelles Audioumfeld. Kannst du bei deinen eigenen Veranstaltungen überhaupt einfach nur Musikfan sein?

Früher ist es mir ziemlich schwergefallen, Musik einfach nur zu genießen. Mir war es immer wichtig, alles zu analysieren: Was sind das für Sounds, wo kommen die her und warum klingt das so geil oder eben auch nicht?

Diese Neugier hat zwar nicht nachgelassen, aber ich kann das inzwischen besser kanalisieren. Natürlich bin ich immer am Start, wenn es während unserer Veranstaltung noch etwas zu optimieren gibt.

Und zum Schluss: Worauf dürfen sich die Gäste bei der „Edition Handgemacht“ freuen?

Auf einen Tag mit dem besten subkulturellen Tanzsound. Außerdem gibt es einen Talk, bei dem wir uns vorab über das Handwerk in der elektronischen Musik austauschen werden. Das ist praktisch die inhaltliche Vorbereitung auf das, was uns durch die darauffolgenden Stunden begleiten wird.


Bits & Senses – Edition Handgemacht

Wann: Samstag, 7. November 2026, 15–22 Uhr
Wo: Tresohr Studios, Mülheimer Straße 24, Oberhausen
Line-up: Acid Gubi (Live), Henrik Steffen und Klaus Krumme (Vinyl)
Tickets: 12 Euro im Vorverkauf

Tickets bei Eventbrite

Der Beitrag Bits & Senses – Das elektronische Wohnzimmer: Elektronische Musik zum Anfassen ist auf FAZEmag erschienen.

320 FM / EDITORIAL

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