
Der GOTEC Club in Karlsruhe hat auf Instagram unter dem Titel „Wir müssen reden“ ein Statement zu steigenden Kosten und DJ-Gagen veröffentlicht.
Der Club sieht darin eine Entwicklung, die langfristig die wirtschaftliche Grundlage der Veranstaltungsbranche gefährden könne. Er wolle keine Schuldigen suchen, sondern eine öffentliche Diskussion anstoßen.
In einzelnen Fällen seien internationale DJ-Gagen innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit um 200 bis 300 Prozent gestiegen, schreibt der Club. Er respektiere den Erfolg von Künstlern und deren Recht auf angemessene Bezahlung.
Die Geschwindigkeit der Entwicklung stelle Veranstalter jedoch vor wirtschaftliche Herausforderungen. Zugleich stiegen die Ausgaben für Personal, Technik, Sicherheit, Energie und Produktion.
Veranstalter müssten hohe Summen vorfinanzieren und ihre Liquidität sichern. Diese Belastungen ließen sich nicht unbegrenzt auffangen, heißt es in dem Statement. Der Club warnt auch vor Folgen für das Publikum: Steigende Kosten könnten höhere Ticket- und Getränkepreise nach sich ziehen.
Zugleich könnten Gäste nicht jede Erhöhung tragen. Elektronische Musik müsse zugänglich und bezahlbar bleiben, fordert der GOTEC. Künstler, Managements, Agenturen, Clubs, Festivals und Gäste seien Teil desselben Ökosystems.
Neben erfolgreichen Künstlern brauche es wirtschaftlich gesunde Veranstalter, Raum für Nachwuchs und bezahlbare Veranstaltungen. „Nicht gegeneinander. Miteinander“, lautet der Appell des Clubs.
Unter dem Statement äußerten sich Künstler und Veranstalter solidarisch. Alt8 lobte, dass der Club in seine Räume investiere und Künstlern eine Plattform biete. Diese Unterstützung solle erwidert werden. Auch das Berliner Kollektiv GATE und der Lehmann Club in Stuttgart bekundeten Unterstützung.
Künstlerin kacy begrüßte, dass auch große Clubs das Thema öffentlich machten. Die Szene müsse für alle zugänglich sein; Musik, Gemeinschaft und ein sicherer Ort dürften kein Luxus sein.
Die australische DJ und Produzentin Arabesque bot dem GOTEC außerdem eine Show im August des kommenden Jahres an. Über die Gage könne man sich verständigen; ihr gehe es darum, dem Publikum ihre Musik näherzubringen.
Das könnte dich auch interessieren:
Der Beitrag „Wir müssen reden“: GOTEC Club warnt vor hohen DJ-Gagen ist auf FAZEmag erschienen.